Keine Angst vor dem Management Audit

Zahlen – ob nun Quartals- oder Jahresergebnisse – dienen als wesentliche
Grundlagen für die Bewertung von Managern. Nicht nur von Inhabern und Aufsichtsräten werden diese am wirtschaftlichen Ergebnis gemessen, auch die Manager selbst definieren sich zwangsläufig zu einem beträchtlichen Anteil darüber. Doch diese Zahlen, wie auch die vorweisbaren Erfolge haben einen gewichtigen Nachteil: Bereits im Moment der Auswertung und Betrachtung sind sie Vergangenheit. Sie sind Abbild des bisher geleisteten, und als solches natürlich ein wichtiges Indiz hinsichtlich der Fragestellung: Wird uns dieser Erfolg wieder gelingen? Doch eine Garantie für zukünftige Erfolge sind sie nicht. Insbesondere dann nicht, wenn Rahmendaten sich verändern, strategische Neuausrichtungen anstehen oder signifikante Herausforderungen von Markt und Wettbewerb pro-aktives Handeln erfordern. So komfortabel sich also alle mit den Zahlen von gestern fühlen, viel mehr als Indikatoren stellen sie nicht dar. Wer eine solide Prognose für die zukünftige Entwicklung und Leistungsfähigkeit eines Unternehmens erhalten möchte, die mehr als die Betrachtung vergangener Erfolge und deren Projektion in die Zukunft leistet, muss sich zusätzlich mit der Bewertung von Management-Potenzialen auseinandersetzen.

Manager bewerten?

Die Erkenntnis, dass auch Manager am wirkungsvollsten agieren können, wenn sie entsprechend  ihrer Stärken eingesetzt sind und ihre Potenziale kennen und nutzen, findet in der Regel breite Zustimmung. Doch die Vorstellung, ihre eigenen Stärken und Potenziale in einem Audit strukturiert und valide zu erfassen und sie mit den erwarteten anstehenden  Herausforderungen abzugleichen, wird eher als Kritik oder Zweifel an der eigenen Person empfunden, anstatt als Angebot und Chance zur Weiterentwicklung und optimalen Potenzialausschöpfung. Dabei wird das Audit und deren Varianten einer validen Potenzialerhebung für nachgeordnete Ebenen als wertvoll, erkenntnissteigernd und nutzbringend bewertet. Mitarbeiter finden sich regelmäßig in Review-Prozessen wieder, und sei es nur einmal jährlich im Gespräch mit dem direkten Vorgesetzten, bei dem es nicht nur um Zahlen geht, sondern auch um Potenziale und Entwicklung.

Das Selbstverständnis als Manager sollte eine erfolgreiche Führungskraft deshalb nicht daran hindern, sondern ihn darin bestärken, auch die eigene Rolle immer wieder neu zu hinterfragen. Schließlich ist niemand perfekt und Perfektion stellt letztendlich eine Form des Stillstandes dar. Genau das darf aber einem Unternehmen und jedem einzelnen Manager nicht passieren. Ihre Aufgabe ist es ja gerade, ständig zu verändern und verbessern – das Unternehmen, die Mitarbeiter und auch sich selbst.

Souveränität gewinnt

Immer wieder ist zu erleben, dass einzelne Manager mit dem Verweis auf bisherige Erfolge und einem ausgeprägt selbstbewusstem Auftreten eine objektive Betrachtung der eigenen Management-Potenziale zu vermeiden suchen. Dabei suchen wirklich selbstbewusste und souveräne Manager ganz bewusst die externe, objektive und auch kritische Einschätzung ihrer Fähigkeiten und Potenziale. Denn offenes Feedback erfahren Manager im Alltag ohnehin recht selten. Sie wissen, dass die Resonanz der Mitläufer und Jasager keine valide Basis für die Auseinandersetzung mit den eigenen Leistungen und Resultaten ist. Die Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit, die ein seriöses Management Audit geben kann, sollte deshalb keinen Manager aus der Ruhe bringen. Sie sind schließlich Leistungsträger des Unternehmens und in ihre aktuelle Aufgabe berufen worden, weil sie zuvor in anderen Tätigkeiten nachweisbar Erfolge erzielen konnten. Es geht nicht darum, jemanden als untauglich zu überführen oder zu ersetzen. Vielmehr profitieren insbesondere starke Manager oft mehr als andere von einer methodisch korrekten  Einschätzung ihrer Persönlichkeit und Kompetenzen, verbunden mit Empfehlungen zur Entwicklung der eigenen Stärken und zur  Nutzung ihrer Potenziale. Denn sie sind häufig in der Lage, die Erkenntnisse aus einem Audit schneller als andere in die Tat umzusetzen und dadurch sich selbst als auch dem Unternehmen insgesamt neue Impulse zu verleihen. Und damit sichern sie die Zukunftsfähigkeit und nachhaltig die Erfolge ihres Unternehmens. Der Begriff des Audit entstammt übrigens der lateinischen Sprache und leitet sich von „audire“ ab, was „hören“, „anhören“ oder „zuhören“ bedeutet. Eine Fähigkeit, auf die viele souveräne und zukunftsorientierte Manager ihren Erfolg zurückführen können.

Thomas StreveldÜber den Autor
Thomas Streveld

Studium: Vermessungswesen, ergänzend Betriebswirtschaftslehre, Ausbildung zum Co-Active Coach

Stationen: langjährige Tätigkeit im Public Sector, internationaler Vertrieb in einem namhaften Elektronikunternehmen, Leiter Marketing und Vertrieb in einem international führenden Konzern

Beratungsschwerpunkte: Management- und Executive-Rekrutierungen, Audits, Team-, Organisations- und individuelle Managemententwicklung, individuelles Coaching von Führungskräften

Branchenfokus: nationale und internationale Industrie, Vertriebs- und Serviceorganisationen, Banken und Sparkassen, öffentlicher Sektor, Handel

Mehr zum Thema Management Audit erfahren Sie auf unserer Homepage unter:
Mercuri Urval Management Audit

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